Ein wenig beachteter Aspekt der positiven Einflüsse von Psychotherapie auf die Gesundheit, auf den Rob Saunders in seiner Keynote beim Deutscher Psychotherapie Kongress hingewiesen hat: es gibt vielfältige Hinweise darauf, dass sie nicht nur psychische Beschwerden verbessert. Insbesondere bei Herz-Kreislauferkrankungen, neben psychischen Störungen der Bereich mit den meisten Ausgaben der Krankenkassen, deuten mehrere Beobachtungsstudien darauf hin, dass selbst kurze Therapien beträchtliche positive Effekte haben:

• 75% geringere Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufenthalte, Notaufnahme, 66% geringere Sterblichkeit bei Herzkranken mit komorbider Angststörung oder Depression [1], geringeres Risiko für episodischen Bluthochdruck [4]
• Ein geringeres Risiko von Demenz nach der erfolgreichen Behandlung depressiver Symptome [2],
• Ein geringeres Risiko von Typ-2-Diabetes [3]

Diese somatischen Beschwerden werden in vielen Kosten-Nutzenrechnungen für Psychotherapie nicht beachtet. Sie kosten die Krankenkassen aber enorm viel Geld. Es wird Zeit, dass auch bei den Kostenträgern ein Umdenken statt findet und Psychotherapie wie ein integraler Bestandteil des Gesundheitssystems behandelt wird, nicht als Luxus.

Gleichzeitig muss man sich bisher weitgehend auf Studien aus anderen Ländern verlassen. Für Deutschland gibt es viel zu wenige Daten. Es muss endlich eine flächendeckende, verbindliche Qualitätssicherungsstrategie her, die nebenbei auch belastbare Argumente für diesen starken Beitrag liefern würde. Hier sind insbesondere die Berufsverbände gefragt, endlich die Entwicklung einer Alternative zu unterstützen.

Quellen:

[1]
https://lnkd.in/dMTJaMbZ
[2]
https://lnkd.in/dhKmNQMD
[3]
https://lnkd.in/dSqrawxf
[4]
https://lnkd.in/dXa6unzG